Der dritte Teil von #BuchdesMonats im April liegt an. Wer schon im März dabei war weiß, jetzt wird es persönlich, denn ich verkünde rundheraus, was mir für Gedanken durch den Kopf schwirren, wenn ich das Buch lese. Da die nörgelnden Gedanken präsenter sind, wird hauptsächlich gemeckert. Lasst euch also nicht irritieren. Hier wird gelästert, aber das sagt nichts über meine allgemeine Bewertung des Buches aus. Die folgt erst in Teil 4.

Gott spielt mit den Welten Billard. Ich liebe diese Rahmengeschichte. Seine Frau liebe ich allerdings nicht, denn sie wirkt wie ein kochlöffelschwingender Dragoner, der aus dem Off Kommandos keift. Aber ein Klischeecharakter, der vollkommen überspitzt ist, kann einer Geschichte durchaus auch Charme verleihen. Zumindest dann, wenn sich dieses Klischee nicht auf alle weiblichen Charaktere ausdehnt. Die Frau des Inspektors ist allerdings das kochlöffelschwingende Abziehbild von Gottes Weib. Der einzige andere weibliche Charakter, der sonst noch in Erscheinung tritt und ansatzweise sympathisch wirkt, ist die Frau von Olaf, dem Aath Lan’Tianer. Allerdings ist auch sie kein starker Charakter, da sie als Frau in Aath Lan’Tis nichts zu sagen hat und sie mit dieser Begründung auch schnell wieder aus der Handlung verschwindet. Danach reihen sich männliche Charaktere an männliche Charaktere an männliche Charaktere. Jedes Mal, wenn es Text gibt, tritt ein greiser Mann, ein junger Mann oder ein Jüngling vor und spricht ihn. Frauen muss sich der Leser selbst vorstellen, wenn von Menschengruppen gesprochen wird. Zugegeben, die männlichen Charaktere sind klasse und bei der Art, wie Frauen beschrieben werden, ist man als Leser ganz froh nicht mehr von ihnen zu hören, aber das vollkommene fehlen eines weiblichen Charakters mit Tiefe stört mich. Eine Welt besteht nun mal nicht nur aus Männern.

Wie schon im ersten Band der Xerubian Reihe bringen mich die Faxen der Drachen zum Schmunzeln. Es macht einfach Spaß ihnen bei ihrem Geplänkel zuzuhören. Vor allem Nerol mit seinem Dialekt und der Plauze ist mir ans Herz gewachsen. Auch wenn es nicht immer einfach ist seine Textpassagen zu lesen. Das Setting in Barb Ylon ist düsterer als im ersten Band der Xerubian Reihe, was mir aber sehr gut gefällt. Cool finde ich, dass das komödiantische Verhalten der Drachen dem angepasst ist. Sie Scherzen nicht zu sehr, wenn die Situation gerade bedrückend wird. Das finde ich emotional passend gelöst.

Bei der Beschreibung der Energiesteine der Aath Lan’Tianer muss ich immer an die Disney Verfilmung von Atlantis denken. Ja, ich weiß, deren Kristalle sind blau, die im Buch sind grün, aber gerade in der Kombination mit dem weißen Haar der Aath Lan’Tianer schwirren mir automatisch Bilder des Disneyfilms im Kopf herum, wenn von den Kristallen die Rede ist, die die Leute um den Hals tragen und die irgendwie mit ihrer Lebensenergie verbunden sind.

Die Bestrebungen einiger Nebencharaktere verwirren mich. Was die Hauptfiguren, also unser Inspektor, sein Freund Martandi und die beiden Drachen wollen und tun ist klar, aber die Motive und Schritte der anderen Personen sind mir nicht immer verständlich. Das liegt mitunter an der komplizierten Art der Beschreibung. Der Schreibstil passt gut zum Genre und gefällt mir grundlegend gut, aber manchmal sind die Sätze so verschachtelt und verdreht, dass ich nur eines denke: Hä?

Jetzt aber genug gemeckert, denn ich will das Buch fertig lesen. Die düstere Untergangsstimmung gefällt mir. Ich will wissen was die Leute im Schilde führen. Die Geschichte ist spannend und ich liebe Dalon, Martandi, Dragon und Nerol.

Seit gespannt auf mein abschließendes Urteil im vierten Teil von #BuchdesMonats im April, wenn es heißt: Klecksen und federn.