Hier kommt er nun, der dritte Teil von #BuchdesMonats Mai, Geheimnis der Sternentränen. Wir haben uns bereits das Cover angesehen und einen Blick unter die Hülle auf den Inhalt geworfen. Wer #BuchdesMonats auf meiner Seite verfolgt, weiß, dass ich in dieser Folge der vierteiligen Rezension meinen Gedanken freien Lauf lasse und euch erzähle, was mir beim Lesen durch den Kopf gegangen ist. Die Kritik hat allerdings nur am Rande etwas mit meinem Gesamturteil über das Buch zu tun. In #BuchdesMonats stelle ich euch ausschließlich Bücher vor, die ich wirklich gerne gelesen habe.

Nun aber zu meinen Gedanken:

Das in der Geschichte zwei Welten vorkommen, eine futuristische und eine mittelalterliche, ist kein Geheimnis. Ebenso wenig, dass sie durch ein Portal miteinander verbunden werden. Die Heldin auf der futuristischen Erde ist Wissenschaftlerin. Umso verwunderlicher ist ihr intuitiver Umgang mit der Forschung am Portal. Sie hat keine fundierten Kenntnisse über die Funktionsweise, ihre Ratten kommen als Aschehäufchen wieder raus, aber was soll’s, wir hüpfen da jetzt trotzdem mal rein, weil sie das Gefühl hat, sie kann das irgendwie steuern. Ihr ist so, als könnte sie sich sogar ganz woanders hinschicken, indem sie einfach daran denkt. Diese Erläuterungen fühlen sich wie Abkürzungen an. Hier wäre es mir lieber gewesen, wenn Jade gründlicher überlegt und wissenschaftlich untersucht hätte.

Auch die Begegnung von Jade und Ranon und die Entwicklung ihrer Beziehung zueinander ist komprimiert. Gesehen, verliebt. Ich kenne dich nicht, aber ich werde dich vermissen. Wieso?

Im Sci-Fi Teil der Geschichte befinden wir uns in einer Nachkriegsgesellschaft, die von Frauen geführt wird. Männer sind zu Handlangern degradiert. Die Gesellschaftsform und ihre Wandlung zu früher finde ich interessant. Dazu hätte ich mir eine ausführlichere Beleuchtung des Hintergrundes gewünscht. Weil sie es mit ihrem Atomkrieg versiebt haben, reicht mir als Erklärung dahinter nicht.

Die letzte Präsidentin der Welt hieß Jolie-Pitt. An der Stelle musste ich schon ein wenig lachen. Zumal das für mich das Konstrukt der Unterordnung von Männern noch verwirrender machte. Immerhin war eine Frau an der Herrschaftsspitze, als alles den Bach runterging.

Die neue Welt der Zukunft besteht aus der Erdrepublik United States of China and Amerika (USCA). Das waren die beiden Großmächte, die trotz einer vereinten Welt, einen Atomkrieg miteinander geführt haben. Ich weiß nur nicht so recht, wieso sie dann als Sieger hervorgehen und der Zusammenschluss erscheint mir geografisch auch irgendwie schwierig.

Zentral im neuen System sind sogenannte Türme. Die wurden schon vor dem Krieg gebaut. Warum sie allerdings so wichtig sind, wird nicht wirklich ausgeführt. An der Stelle hätte ich mir auch eine ausschweifendere Erklärung gewünscht.

Die Welt der Erde gefällt mir sehr gut. Die Frauen nehmen ständig irgendwelche Substanzen, um zu funktionieren und sie werden zweckorientiert gezüchtet. Das finde ich wirklich gut dargestellt und die moralischen Fragen, die aufgeworfen werden gefallen mir.

Als die Soldaten der frauendominierten Erde auftauchen und es alles Männer sind, musste ich schmunzeln. Sie vergleichen ihren Staat mit einem Bienenvolk, Königin, Kriegerinnen, Arbeiter, aber die Krieger sind Kerle?

Gerade der Anführer der sogenannten Zhànshì, ist besonders kontrovers. Er hält Jade eine Waffe an den Kopf und sie denkt darüber nach wie anziehend er ist. Sie hechelt mir insgesamt etwas zu viel. Auch wenn sie kaum mit Männern in Kontakt gekommen ist, müsste ihre Konditionierung doch nicht bei jedem männlichen Wesen gleich aussetzen. Das macht ihr Interesse an Ranon auch irgendwie so bedeutungslos. Sie fliegt ja auf alle Kerle.

Der Hintergrund mit den Drachen auf der mittelalterliche Welt, gefällt mir wirklich sehr gut.

Was mich irritiert sind die ganzen technischen Geräte, die im Laufe der Geschichte als Elemente der mittelalterlichen Welt auftauchen, wie zum Beispiel eine Art Laptop. Eine striktere Trennung – Technik in der futuristischen Welt, Magie in der mittelalterlichen – wäre mir lieber gewesen.

Ranon hat Fähigkeiten. Er benutzt sie, hat dadurch Schmerzen und sagt im nächsten Moment, es mache Spaß. Ein Masochist, wie es scheint ^^

Grundlegend habe ich immer wieder gedacht: Wieso so kurz? Dazu will ich mehr wissen! ^^

Soweit zu meinen Gedanken. Wenn ihr mein Gesamturteil lesen wollt, dann seid beim vierten und letzten Teil von #BuchdesMonats Mai dabei, wenn es heißt: Klecksen und Federn.