Im Juni ist mein #BuchdesMonats: Die Frau an der Schreibmaschine. Wir haben einen Blick auf das Cover geworfen, wir haben uns einen Überblick über den Inhalt verschafft.
Heute lasse ich meine Gedanken schweifen, wie sie mir beim Lesen kommen.

Im Allgemeinen habe ich das Gefühl in einem alten Film zu stecken, während ich lese. Die Stimmung der 20er Jahre ist so herrlich eingefangen. Rose hält sich für unglaublich bieder und erzählt gerne von den weiblichen Tugenden, die ihr die Nonnen beigebracht haben. Dabei ist sie selbst eine ledige Frau (und auch nicht auf der Suche nach einem Mann) und geht einem Beruf nach, der nicht gerade für eine Dame geeignet ist. Natürlich ist sie keine Polizistin, sie hält sich gerade so am Rand der schwelle zur Emanzipation und lästert von dort aus über die Tugendlosigkeit der Frauen, die rauchen und sich die Haare kurz schneiden. Ich finde es überhaupt nicht verwunderlich, dass Odalie so ein leichtes Spiel mit ihr hat. Sie lechzt ja förmlich danach sich hinreißen zu lassen.

Sehr erheiternd finde ich die gelungenen Beschreibungen der Sittsamkeit. Die Badeanzüge zur damaligen Zeit waren tatsächlich noch das, was ihr Name verheißen lässt: ein Anzug. Solange die Wächter über die guten Sitten (damalige Rettungsschwimmer hatten offensichtlich mehr zu tun ^^) nicht hinguckten, hat man die Beine aufgerollt. Aus der heutigen Sicht erscheinen einem diese Vorschriften total merkwürdig.

Der arme Lieutenand Detektiv. Er gibt wirklich alles, aber an Rose gehen seine Annäherungsversuche so vollkommen vorbei. Sie denkt sogar, dass er sie ärgern will und sie überhaupt nicht leiden kann. Wunderbar subtil geschildert.

Rose kommt mir immer wieder vor, wie ein Soziopath. Sie betrachtet alles mit einer berechnenden Gefühlskälte, die mich irritiert. Und dabei ist sie so naiv.

Nach einer Kriminalgeschichte suche ich noch. Irgendwie habe ich mir nach dem Klappentext mehr Polizeiarbeit vorgestellt, aber das kommt eigentlich nicht so viel vor.

Mein Fazit zum Buch erhaltet ihr nächste Woche, wenn es ans Klecksen und Federn geht.