Es gibt so viel zu tun und so viel zu arbeiten, aber ich will euch den dritten Teil von #BuchdesMonats Juli nicht vorenthalten. Normalerweise schreibe ich in diesem Teil alle Gedanken auf, die mir beim Lesen so durch den Kopf schießen, aber da es hier um mein eigenes Buch geht, muss ich das ganze ein wenig anders aufziehen.

Als Autoren kennen wir es alle, den Eigenwillen unserer Charaktere. Auch die Figuren aus Infiziert haben einen starken Eigenwillen. Da ich nicht viel plotte, wenn ich eine Geschichte zu Papier bringe, ist das auf der einen Seite gut, weil sie mir mit ihren Sperenzchen bei der Entwicklung des Plots helfen, auf der anderen Seite wundere ich mich zum Schluss, wo die Leute hin sind, die ich mir eigentlich vorgestellt habe und wer diese ganzen anderen Typen sind.

Infiziert begann mit einem Traum. Wir waren in einem Haus mit Ikea Möbeln und unbehandelten Fensterrahmen, die nach Holz gerochen haben. Keine Ahnung was das für seltsame sensorische Details waren, aber diese Kleinigkeiten haben sich so sehr eingeprägt, dass sie mir auch nach Jahren noch voll bewusst sind. Draußen stromerten die Untoten durch einen Familiengarten, in dem eine Kinderschaukel stand. Die Frau von der ich träumte war tough, während alle anderen total panisch schrien und damit natürlich eine Hetzjagd eröffneten. Zombies wollen schließlich fressen. Und dann waren da noch die Anderen, geheimnisvolle Leute, von denen man sich fernhalten sollte. Kernszene des Traums war die Begegnung der Heldin mit einem der Anderen. Sie rutschte über Schotter ins Halbdunkel einer alten Steinbrücke. Das Herz schlug ihr bis zum Hals. Doch statt Untoter traf sie unerwartet auf ihn, wie er dort mit seinem Motorrad stand und nach irgendwas suchte. Mehr Geschichte offenbarte mir der Traum nicht, aber er war so voller Impressionen und Emotionen, dass ich daraus eine Geschichte entwickelt habe.

Wie Charlie zu ihrem Namen kam ist auch eine Erzählung wert. Ich hörte damals ständig Replay von Iyaz. Ich sang immer lauthals mit, weil ich fand, dass der Text ganz toll aus der Sicht von unserem geheimnisvollen Liam gesungen werden könnte, der die Heldin nicht mehr aus dem Sinn bekommt. Ich sang, Charlie´s like a melody in my head, und dachte, hey, Charlie ist doch ein toller Name für meine Heldin. Später musste ich dann feststellen, dass er gar nicht Charlie, sondern Shawty singt, aber noch heute singe ich stattdessen Charlie. ^^

Vom Grundkonzept sollte es also eine Liebesgeschichte im Zombiesetting werden. Die Liebesgeschichte ist in Grundzügen auch geblieben, doch sie rückte mehr und mehr in den Hintergrund, als plötzlich die Leute durchdrehten, diese geheimnisvollen Anderen, und nach mehr Raum in der Geschichte verlangten. Es tauchten ganz neue Leute auf und wollten mitmachen. Meine Charaktere sahen die Welt ganz anders als ich. Rafael, der Anführer von Charlies Gruppe zum Beispiel, war nie so beschützend und eifersüchtig geplant und Gill kam unangemeldet daher und entwickelte sich zum Lieblingscharakter der Testleser. Die Zombies selbst hatten auch so ihre Vorstellung warum sie in der Geschichte vorkommen wollen und das es eine Botschaft ist und kein schlichter Unterhaltungswert.

Da viele Gill so lieben und einige sich mehr Informationen über das Davor gewünscht haben, entstand ein Spin-Off mit Gill als Hauptcharakter. Er war sehr eigenwillig und hat darauf bestanden, mehr von dem Davor zu erzählen, als ich eigentlich geplant hatte und unverhofft sind ein paar neue Figuren dazugekommen, die auch den Hintergrund der Anderen noch mehr beleuchten. Der Arbeitstitel ist Gefesselt und wird Infiziert in die Öffentlichkeit folgen.

Im letzten Teil von #BuchdesMonats kommt noch mein Fazit. Auch das wird ein wenig anders als sonst. Seid gespannt.