Altersfreigabe:

Worum geht es?
Achtung, sensibler Inhalt! Selbstmord, Depressionen, gewaltvoller Tod, extreme körperliche und psychische Gewalt, sexuelle Gewalt, Drogenkonsum
Hunderte von Menschen aus Korea, die aus armen Verhältnissen stammen oder irgendwie unter finanziellem Druck stehen, nehmen an einem Spiel teil, bei dem ein riesiger Gewinn wartet. Erst einmal Teil des Spiels, ist es gar nicht mehr so einfach wieder lebend heraus zu kommen.
Welches Genre?



An dieser Stelle möchte ich mich kurz bei all den Leuten bedanken, die Arbeit und Mühe in die Serie gesteckt haben. Unabhängig davon, wie ich die Serie persönlich bewerte, verdienen die künstlerischen Ambitionen Anerkennung. Dankeschön.
Wie ich die Serie finde?
Staffel 1
In Squid Game wird unsere kapitalistische Gesellschaft sowohl im großen, als auch im kleinen Umfeld dargestellt. Die Menschen, die kein Geld haben, leben in einem Konstrukt, das sie aus dem Kreislauf der Armut nicht heraus lässt und von reichen Menschen erhalten wird, damit sie die Macht und das Geld für sich behalten. Und ständig ist dort diese Karotte, dass harte Arbeit dazu führen würde, ebenfalls in den illustren Kreis der Wohlhabenden aufsteigen zu können. Neben den gefeierten Splatter Elementen der Serie, ist das Ungleichgewicht zwischen arm und reich, der Druck durch Geldmangel und die Kontrolle durch Milliardäre das Hauptthema. Wozu bist du bereit, um dieses Ziel zu erreichen?
In der ersten Staffel geht es hauptsächlich darum, wieso die Leute im Spiel bleiben wollen, obwohl sie ihr Leben verlieren werden. Es geht darum, wie wenig sie im Leben haben oder was sie überhaupt am Leben hält, so dass sie kämpfen wollen oder es für keinen großen Verlust halten, beim Versuch reich zu werden, zu sterben.
Die Gruppendynamiken sind dabei faszinierend. Wer schließt sich mit wem zusammen und bei welchen Spielen ist das von Nutzen oder auch nicht. Sexismus ist ein präsentes Thema, denn Frauen als Gruppenmitglieder werden teils kategorisch abgelehnt, weil sie als schwach gelten.
Interessant sind psychologisch zwei Momente. Der eine, ist der Augenblick, in dem den Mitspielenden klar wird, dass . Zum einen zeigt es die Typischen drei Varianten an menschlichem Verhalten in einer extremen Situation: Angriff, Flucht, Erstarren als Täter, Verteidiger und Mitläufer. Zum anderen wird deutlich, was Leute zu tun bereit sind, um sich zu bereichern. Der zweite Wendepunkt ist, wenn die bestehenden Partner- und Freundschaften Achtung Spoiler
sie sich auch gegenseitig umbringen und dadurch aus dem Spiel nehmen können Das ist vor allem deswegen interessant, weil innerhalb von Freundschaften die ganze Zeit die Idee aufrechterhalten wird, es wäre möglich, es gemeinsam heraus zu schaffen. Sehr sinnbildlich für die Karotte an der Schnur. Wir machen uns lieber etwas vor, in der Hoffnung den Gewinn einzustreichen, als die Realität und die Folgen zu sehen und auf das Geld zu verzichten.Achtung Spoiler
aufgebrochen werden, weil Gruppen plötzlich nicht mit- sondern gegeneinander antreten müssen.
Wenn zum Finale , wird noch einmal deutlich, dass das Spiel ein Spiegel der Gesellschaft in einem Mikrokosmos ist, in all ihrer Pervertiertheit potenziert.Achtung Spoiler
die VIPs erscheinen
Fun Fact: Es gibt eine Reality Show mit fast den gleichen Spielen, wie in der ersten Staffel der Serie. Nur das Seilspringen ist durch Schiffe versenken ausgetauscht. Interessant daran finde ich, dass auch in der Show die wahre Natur eines Menschen zum Vorschein kommt und wie die Spielenden das Brückenspiel angehen. Sie entscheiden sich dafür, dass jeder nur einmal springt und der Nächste an allen vorbei geht, so dass alle eine 50/50 Chance haben, es zu schaffen, statt dass die vorne in jedem Fall raus sind. Das machen zwar auch nicht alle mit, aber es sorgt dafür, dass es viele durch schaffen. In Staffel 3 wird genau dieses Thema der gegenseitigen Hilfe aufgegriffen.
Staffel 2
Die zweite Staffel bricht den Umstand auf, dass das Spiel wie aus der Welt gefallen stattzufinden scheint. Dadurch, dass wir mehr von den Mitarbeitenden in rosa Anzügen sehen, wirken sie menschlich, wie dein Nachbar und nicht mehr die Bösen, von denen man sich distanzieren kann. Auch der Umstand, dass Seong Gi-hoon den Dachi-Spieler und der Polizist Hwang Jun-ho die Insel sucht, zieht alles mehr in die Realität. Es besteht die Hoffnung, etwas gegen das Unrecht unternehmen zu können. Allerdings ist auch das wieder eine Karotte an der Schnur, denn was würde es ändern, diesen Spielort zu finden, wenn das Basisproblem der Allmacht von Reichen nicht ausgehebelt wird.
Gi-hoons Rückkehr ins Spiel führt zu neuen Dynamiken, auch wenn die typische Grüppchenbildung trotzdem stattfindet. Die Schwangere ist eine Steigerung und auch Themen wie Influencing, Drogensucht und religiöse Verblendung werden aufgegriffen. Aber vor allem die Möglichkeit der Abstimmung wird in dieser Runde gekonnt gegen die Spielenden eingesetzt, so dass sie sich Achtung Spoiler
schon früh in zwei feindliche Lager aufteilen. Das ermöglicht aber erst, die Spielenden, die aussteigen wollen, zu einem Aufstand
Der Umstand eines ist kein neues Motiv. Das gab es schon in der ersten Staffel, allerdings hat die Variante hier etwas sehr persönliches, was auch in der dritten Staffel zum tragen kommt. Gi-hoon und Spielleiter In-ho tragen einen Kampf aus, wer sich durchsetzen wird.Achtung Spoiler
Spions zwischen den Spielenden
Die Staffel endet mit einem Cliffhanger.
Staffel 3
Die dritte Staffel steigt nach dem missglückten Aufstand ein. Wir sind immer noch inmitten der Spiele und Gi-hoons Wille scheint gebrochen. Es geht darum, wie viel „eine gute Seele“ ertragen kann, bis sie bricht. Das zeigt sich auch bei dem Damentrio Jun-hee (die Schwangere 222), Geum-ja (149, Mutter von 007) und Hyun-ju (trans Frau 120). Sie geben aufeinander Acht und sind mein absolutes Highlight dieser Staffel.
Es ist interessant, wie der Spielleiter versucht, Gi-hoon dazu zu bringen, das selbe zu tun, was er tat, um zu gewinnen, als wolle er seine Taten dadurch rechtfertigen. Im Sinne von, das würde jeder tun.
Gegen Ende sind in dieser Staffel schon alle wodurch eine gewisse Distanz entstanden ist. Das FinaleAchtung Spoiler
tot, mit denen ich mitgefiebert habe,.Achtung Spoiler
ist vorhersehbar und weckt keine große Empörung mehr
Auch wenn ich zum Schluss zuerst sehr enttäuscht war, gab mir das Ende dann doch noch zu denken. Gi-hoon und scheint nichts Achtung Spoiler
ist gestorben. Aber da sind die Leben all der Menschen, die mit seinen Taten berührt und dadurch verändert hat. Ist er also der wahre Verlierer im Wettstreit mit dem Spielleiter oder hat er trotz Achtung Spoiler
verändert zu haben mit seinen guten Taten das Leben so vieler positiv verändert?Achtung Spoiler
seines Todes
Fazit

Das Highlight für mich, ist in dieser Serie der Subtext.
Problematisch finde ich, in allen Staffeln gleichermaßen, dass die Möglichkeit als demokratische Maßnahme dargestellt werden. Das ist sie aber nicht, denn in einer Demokratie sind die Grundrechte Voraussetzung und diese sind nicht gegeben.Achtung Spoiler
der Abstimmung, ob die Spiele abgebrochen werden sollen
In Anbetracht der politischen Stimmung ärgert mich das, weil es einen falschen Eindruck davon vermittelt, was Demokratie bedeutet.
