Jurassic Park von Michael Crichton
Worum geht es?
Achtung, sensibler Inhalt! Gewaltvoller Tod, extreme körperliche oder psychische Gewalt, Kinderleid, Tierleid
Wissenschaftler züchten Dinosaurier, um mit ihnen einen Themenpark zu eröffnen, doch die Tiere halten sich nicht an die für sie vorgesehenen Beschränkungen und schon bald steht der Mensch auf der Speisekarte.
Welches Genre?



Perspektive und Sprecher

Die Geschichte wird in der dritten Person (er /sie /es) aus der Sicht verschiedener Leute erzählt.
Oliver Rohrbeck liest und auch wenn ich ihn sonst gerne höre, kommen hier manche Figuren durch seine Interpretation unsympathischer rüber, als sie vielleicht sollten.
Gedanken beim Hören
Tintenkleckse stehen für Aspekte, die mir nicht so gut gefallen haben, Federn markieren Highlights, die ich mochte.

Ich mag Monstergeschichten und Dinosaurier haben ihren ganz eigenen Charme.
Die Dinos in unsere Zeit zu holen, ist eine tolle Idee und die Geschichte ähnelt den Gozillageschichten gar nicht (Monster trifft auf Stadt), weil wir viel lokaler bleiben und die Tiere nicht im großen Stil auf die Zivilisation treffen.

Richtig gut beschrieben finde ich den Aspekt, wie Menschen daran glaben, die Kontrolle zu haben und außerhalb ihres Sichtfelds geht es schon längst drunter und drüber.
Die Geschichte wird wissenschaftlich aufbereitet und mit vielen Details gefüttert. Dadurch entsteht auch oft der Eindruck, als handle es sich um Fakten, auch wenn vieles rund um die Dinosaurier geraten und konstruiert ist. Aber die Kleinigkeiten machen die Geschichte glaubhaft und dadurch ist es faszinierend ihr zu folgen, auch wenn sie recht schonungslos und teils blutig verläuft. Die Compis sind ziemlich heftig. Aber das gehört zu Monstergenres ja auch irgendwie dazu.

Überzeugt hat mich auch, das Konzept, dass keiner Weiß, was der andere macht. Die Dinoübergriffe finden schon lange statt und trotzdem werden die Verbindungen nicht gezogen, weil die Menschen ihre gewohnten Schlüsse ziehen und keine richtige Kommunikation statt findet.

Bei den Charakteren bin ich kritisch, weil vor allem die weiblichen Figuren nicht so gut rüber kommen und es allgemein wie eine Welt von Männern für Männer wirkt. Generell erscheinen die Leute eindimensional, vor allem die Antagonisten oder vermeintlichen Bösewichte und es fehlt mir bei ihnen eine gute Mischung aus verschiedenen Charaktereigenschaften. Hammond ist vollkommen verblendet und seine Enkelin Lex ist das Paradebeispiel eines nutzlosen Mädchens.
Fazit:

Die Dinos überzeugen, weil es eine sehr gute Inszenierung ist, die sehr glaubhaft dargestellt wird.
Rezension zum Hörbuch Vergessene Welt (folgt)
Vergleich mit dem Film:
Die Filme sind wie ein Patchworkteppich aus den Inhalten der beiden Bücher. Vor allem die ersten beiden, aber selbst in Jurassic World sind noch Elemente aus den Büchern zu entdecken.
Jurassic Park 1, der Film und das Buch, sind im Grundkonzept ähnlich. Die Forscher:innen werden auf die Insel gebracht, um den Dinopark zu inspizieren und ihn zu genehmigen und die Dinos zeigen den Menschen wo die Harke hängt. Allerdings unterscheiden sich die Figuren in einigen Aspekten recht stark, auch wenn sie in ihren Porsitionen bezüglich des Parks deckungsgleich bleiben. Im Film ist Hammond weniger starrköpfiger Kapitalist sondern eher kindlicher Entdecker. Malcom nervt im Buch bei weitem nicht so sehr mit seiner Chaostheorie, während er im Film ein recht schmieriger Schürzenjäger ist. Und Lex jammert im Film nicht nur, sondern hat auch ein paar Fähigkeiten.
Der größte Unterschied zwischen Buch und Film liegt wohl darin, dass das Buch schon mit dem Chaos entlaufener Tiere beginnt, und dadurch zeigt, dass es nie Kontrolle gab, während der Film den Fokus auf die Faszination Dinopark legt, bevor alles richtig schief geht. Im Film lastet die Schuld dadurch ausschließlich auf Dennis Nedry, dem schlampigen, gierigen, dicken Computernerd und es wirkt, als hätte der Park klappen können, wäre er nicht sabbotiert worden. Im Buch geht es viel mehr um die Komplexität eines Ökosystems und die Unkontrollierbarkeit durch den Menschen und Nedry ist nur ein klemmendes Rädchen in einer längst kaputten Maschine.
Ich kann mich nicht wirklich entscheiden, ob ich den Film oder das Buch besser finde, da die Verfilmung die Dinosaurier richtig toll zur Geltung bringt, während das Buch so viele Details enthält, die mir im Film fehlen. Mich irritiert vor allem, dass im Film die Fehlinformation über die Sehfähigkeit des T-Rex verwendet wird, obwohl dieser im zweiten Buch klar widersprochen wird und einer der Schurken durch diese schlechte Recherche zu tode kommt. Wenn man das weiß, wirkt Dr. Grant wie ein stümperhafter Wissenschaftler und dabei soll gerade er jemand sein, der Fakten mag. Der Fokus im ersten Teil liegt im Film hauptsächlich auf dem T-Rex und den Raptoren. Im ersten Buch sind die Compsognathus die präsentesten Dinos, da sie am effektivsten das Entgleiten einer nie vorhandenen Kontrolle demonstrieren. Das erste Buch beginnt, wie der zweite Film, mit dem Angriff der Compys auf das Mädchen am Strand. Außerdem töten sie einen relevanten Charakter, der im Film nicht stirbt und stehen den Raptoren in nichts nach. Wer das Buch gelesen hat, bevor er den Film gesehen hat, hat die kleinen Rauptiere bestimmt sehr vermisst.
