Filmrezension – The Darkest Minds – Die Überlebenden

Handlung: In den USA werden alle Kinder von einer geheimnisvollen Krankheit befallen. Die wenige, die sie überleben, entwickeln Kräfte. Aus Furcht werden sie in Lagern zusammengetrieben, alle die sich verstecken, werden erbarmungslos gejagt. Ruby entkommt nach sechs Jahren Gefangenschaft und schließt sich Liam, Charles und Zuzume an, Jugendlichen, die so sind wie sie. Gemeinsam suchen sie nach einem sicheren Platz. Beim sogenannten „Flüchtling“ meinen sie diesen Ort gefunden zu haben.

The Darkest Minds – Die Überlebenden ist herrlich postapokalyptisch. Nachdem die Kinder fast alle gestorben sind, bricht die Wirtschaft in den USA zusammen. Arbeitslosigkeit, Hunger, Leid sind überall. Es wird geplündert, gejagt, gehasst, gelogen und revoltiert. Was soll ich sagen, ich mag es düster.
Ich liebe die Charaktere. Ruby ist stark und selbstbewusst, auch wenn sie sich vor ihren Kräften fürchtet. Liam ist kein Macho. Er möchte beschützen, etwas, was sonst die weiblichen Charaktere übergestülpt bekommen. Auch Charles ist kein üblicher Matritzenkerl. Er ist schlau, misstrauisch und nerdig.
Es gab viele lustige Dialoge und Sprüche. Das hat die Handlung aufgelockert.
An manchen Stellen war mir die Darstellung etwas knapp. Der Fokus lag auf wenigen Charakteren. Es war ersichtlich, dass es ein Film nach Buchvorlage sein muss.
Vergleichend kann ich sagen, dass im Buch Charaktere vorkommen, Zusammenhänge, Hintergrundinformationen, die für die kompakte Filmhandlung rausgestrichen werden mussten. Kennt man nur den Film, vermisst man davon nichts. Kennt man das Buch, dann ist der Film trotzdem gut, aber man wünscht sich mehr. Vor allem weil das Ende ohne mehr Kontext schwer verständlich ist. Vielleicht mag ich es aber auch nur nicht, weil ich weiß, dass kein Folgeteil geplant ist, der den Missstand wieder ausbügelt.
Alles in allem ist der Film sehr nah am Buch. Teilweise wurden die Dialoge übernommen, was mich sehr gefreut hat, weil ich sie gut finde.
Wesentlich besser ist das Charakterdesign des Films. Schon im ersten Buch fallen Geschlechterklischees auf, die sich in den Folgebänden noch steigern. Vollkommen unnötige Schubladen, die im Film erfreulicher Weise fehlen.

Für Dystopie- und Postapokalypseliebhaber kann ich den Streifen nur empfehlen. Wer das Buch kennt und mit Kürzungen klar kommt, wird den Film auch mögen.

Vergleichsrezension zum Buch „Die Überlebenden“