Das unendliche Meer

Das unendliche Meer – Die fünfte Welle 2 von Rick Yancey

Klappentext: Die Menschheit scheint verloren. Eine feindliche Invasion hat die Erde überrannt und in vier Wellen von unglaublicher Zerstörungskraft eine unvorstellbar hohe Zahl an Todesopfern gefordert. Cassie Sullivan ist eine von jenen, die alles überlebt haben, nur um sich jetzt in einer Welt wiederzufinden, die von Verrat, Verzweiflung und Misstrauen bestimmt wird – denn die mysteriösen Angreifer, die „Anderen“, treten mittlerweile selbst in Menschengestalt auf. Während nun die fünfte und letzte Welle ihren zerstörerischen Verlauf nimmt, halten Cassie und ihre Mitstreiter Ben und Ringer eine kleine Widerstandsgruppe zusammen. Doch der Kampf wird immer aussichtsloser. Bis eines Tages ein geheimnisvoller Fremder versucht, in ihr Versteck einzudringen …

Genre: Sci-Fi, Postapokalypse

Cover

Es gilt das gleiche Prinzip wie beim ersten Buchcover. Die Stimmung ist gut. Licht und Setting verfehlen ihre Wirkung nicht, aber das Cover hat trotzdem keine greifbare Aussage. Man weiß nicht so recht, was man eigentlich sieht. Jemand steht an einem Fenster eines futuristisch anmutenden Raums. Die Decke erinnert an einen Hangar, der Boden ist teilweise mit Wasser bedeckt. Die Optik ist durchaus geeignet den ersten Blick einzufangen, aber mein zweiter wird nicht gebannt, da ich keine Aussage entdecken kann. Worum geht es hier? Es könnte alles Mögliche sein.

Inhalt

Cassie hat ihren Bruder gefunden und gerettet. Gemeinsam mit ihrem Highscoolschwarm Ben und dessen Einheit von Kindern, hausen sie in einem verfallenen Hotel. Der Winter naht und Evan scheint bei der Explosion der Basis umgekommen zu sein. Sie müssen sich einen Unterschlupf suchen, in dem sie überwintern können, doch die Elitekiller und zu Soldaten gedrillten Kinder unter der Fuchtel der Außerirdischen sind eine ständige Bedrohung.

Gedanken beim Lesen

Diese Kritik hat nur am Rande etwas mit meinem Gesamturteil über das Buch zu tun. Es sind spontane Emotionen und Eindrücke.

Mir fehlt Cassies Humor. In Teil zwei bekommen Ringer und die anderen Charaktere mehr Sprechzeit. Keiner von ihnen ist wirklich lustig. Das verstärkt die düstere Basisstimmung fast schon ins Deprimierende.

Ben ist überspitzt arrogant und selbstgefällig. In diesem Teil wird es noch heftiger als im ersten. Dabei ist es eine unglaubwürdige und sehr oberflächliche Art von Selbstgefälligkeit, mit der er sich brüstet. Was soll dieses Grinsen als Spezialwaffe? Ja, manche Menschen haben ein Lächeln, das einen umhaut, aber es ist hier so übertrieben und wird so oft wiederholt, dass es lächerlich wirkt.
Zudem hat er alles verloren, wurde benutzt und getäuscht. Wie kann er da noch daran denken, dass sein Lächeln ihm alles einbringt, was er haben will? Nichts von den angeblichen Änderungen, die bei ihm durch die Ereignisse hervorgerufen worden sein sollen, kommen realistisch zum Tragen.

Mir gehen die militärischen Spitznamen auf die Nerven. Es ist verständlich, dass die Kinder sie im Camp tragen wollten, als sie dachten, sie würden zu ganz neuen Menschen, aber nachdem sie festgestellt haben, dass es alles eine Lüge war, halten sie trotzdem daran fest. Nicht einer möchte die Lüge von sich abstreifen.

Sams Veränderungen finde ich heftig, aber gut gemacht. Es ist keine schöne Entwicklung, aber eine Verständliche, denn was die Kinder bei ihrem Militärtraining machen mussten, konnte nicht ohne Spuren an ihnen vorbeigehen.

Es wird viel über Ratten gesprochen. Ich weiß nur nicht so recht, wieso.

Es passiert recht wenig. Wir fangen in einem Unterschlupf an und enden in einem anderen.

Ich verstehe Ringer nicht. Das macht es schwer, die Handlung zu mögen, da der Fokus auf ihr liegt. Sie trifft seltsame Entscheidungen, zieht abwegige Rückschlüsse und wechselt ständig ihre Meinung. Ich bin mir nicht sicher, was Vosch mit ihr bezweckt. Teilweise scheinen die Charaktere nicht mehr ganz bei klarem Verstand zu sein.

Alle warten, obwohl klar ist, dass das für sie tödlich endet. Wenn sie handeln, dann in getrennten kleinen Grüppchen. Es wird behauptet, so wären ihre Chancen größer, aber einer nach dem anderen stirbt.

Résumé

Abgesehen von meinem Fazit, werde ich Punkte vergeben. Das wird allerdings anders aussehen, als üblich. Bei mir gibt es nämlich keine Sterne. Ich vergebe an meine Lektüre Federn und Tintenkleckse. Das Prinzip funktioniert ganz einfach. Für Aspekte, die mir besonders gut gefallen, gibt es eine Feder, für Schnitzer, über die ich nicht hinwegsehen kann, gibt es einen Klecks. So kann es durchaus passieren, dass ein Buch auch mal weder eine Feder noch einen Klecks bekommt.

Feder für einen Überraschungseffekt, was die Silencer angeht.

Klecks für die gefühlte Immobilität der Handlung. Die Gefühle und Gedanken bleiben zu oberflächlich.

Es passiert etwas, ohne dass was passiert. Die Handlung kommt nicht so recht vom Fleck. Das liegt zum Teil daran, dass es keine vergangenen Ereignisse zu beschreiben gibt und die Gefühls- und Gedankenwelt der Charaktere ohne neuen Inhalte im Mittelpunkt stehen. Leider werden die inneren Vorgänge mehr erzählt als gezeigt, so dass sie schwer greifbar sind und wenig berühren. Der ganze Plot erscheint wie eine Vorbereitung auf den finalen Teil. Lesbar, haut aber nicht vom Hocker, außer der Aufklärung einer Sache, die mir gut gefällt. Was hat es tatsächlich mit den Silencern auf sich?

Weitere Rezensionen zu „Das unendliche Meer“ findet ihr hier:
Nightingale Blog
Bettebookshop
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Die Rezension zum ersten Teil „Die fünfte Welle„.

Die Rezension zum dritten Teil „Der letzte Stern„.

Ein Gedanke zu „Das unendliche Meer“

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