Film Quickie: Tribute von Panem – Catching Fire

Altersfreigabe:

Aufgrund der blutigen Kampfszenen halte ich den Film für geeignet ab 14, nicht ab 12.

Worum geht es?

Achtung, sensibler Inhalt! Extreme Gewalt, Drogenmissbrauch, Nötigung, Gefangenschaft.

Nachdem Katniss als Siegerin aus den 74. Hungerspielen nach Hause zurückkehren konnte, herrscht Unruhe in den Distrikten. Präsident Snow möchte die Siegertour dazu nutzen, dass Petaa und Katnis den Unmut mit ihrer erfundenen Liebesgeschichte beschwichtigen. Als das nicht klappt, ist er von der Idee beseelt alle Sieger abstrafen zu müssen, um wieder die Kontrolle über Panem zu gewinnen. Katniss muss in den 75. Hungerspielen erneut um ihr Leben kämpfen.

Welches Genre?

An dieser Stelle möchte ich mich kurz bei all den Leuten bedanken, die Arbeit und Mühe in den Film gesteckt haben. Unabhängig davon, wie ich den Film persönlich bewerte, verdienen die künstlerischen Ambitionen Anerkennung. Dankeschön.

Wie ich den Film finde?

Die Kameraführung und der Schnitt sind gut. Besonders der Moment im Zug mit dem Aufblitzen des Spottölpelsymbols beeindruckt.

Ich liebe die Musik. So ging es mir schon im ersten Teil. Ton und Musik sind in diesen Filmen wirklich ein Plus.

Nach den Spielen ist vor den Spielen und zwar in doppelter Hinsicht. Es wird schnell klar, dass die Sieger nicht die Freiheit genießen, die wir und nach den letzten Hungerspielen vorgestellt haben, als wir dieses „Geschafft“ – Gefühlt hatten. Gut gemacht, finde ich. Auch durch den mehrfachen Wechsel der Situationen, ist die Handlung flott und abwechslungsreich.

Die Charaktere sind mir nach dem ersten Teil ans Herz gewachsen, auch wenn wir sie viel oberflächlicher erleben als in den Büchern. Aber in Filmen fehlt der innere Einblick und es ist auch nicht so viel Zeit alle Facetten zu beleuchten. Dafür erhaschen wir trotzdem ein paar persönliche Momente und Augenblicke des Umdenkens. Die Schaupieler finde ich sehr gut besetzt.

Peeta mit seiner Feinfühligkeit und Einsichtsfähigkeit ist ein wunderbares Beispiel für die Unterschiede, die es auch bei Männern gibt. Endlich mal nicht nur ein „Bild von einem Mann“, dass suggeriert es gäbe nur besitzergreifende Platzhirsche.

Auch die Nebenfiguren, ihre Aktionen, die Symbolik mit der Todesgeste aus Dreizehn, die gepfiffene Melodie sind hervorragend in Szene gesetzt. Ebenso die Geschehnisse bei Präsident Snow und wie sich die Lage hochschaukelt.

Die Änderungen in Dreizehn, dem Distrikt, der so lange fast vergessen am Rand existierte, sind mir fast etwas zu flott abgehandelt und auch wenig ergreifend, weil wir die anderen Menschen nicht wirklich kennen. Ein bedauerlicher Nebeneffekt von notwenigend Kürzungen auf die wesentlichen Figuren. Gales Bestrafung spiegelt die Tragweite für alle nicht ausreichend wieder, finde ich. Das liegt aber eventuell auch daran, dass ich aus dem Buch so viel mehr in der Situation kenne und das vermisse.

Die neuen Charaktere und anderen Sieger, wie Finneg, sind erfrischend, vor allem weil sie nicht einfach nur Statisten sind und auch auf ihre Geschichte ein Blick geworfen wird. Aber auch nur sehr knapp.

Der Film ist bildgewalting und die Orte wunderbar inszeniert. Jeder Schauplatz ist passend zur herrschenden Stimmung dargestellt. Die Feuerszene zum Schluss mit den Windeffekten ist klasse.

An Action mangelt es auch in diesem Streifen nicht. Ab einem gewissen Punkt hetzen wir von Aktion zu Aktion, was aber auch gut zur Struktur der Arena passt.

Die Liebesszenen sind dezent und ohne großes Spektakel. Das ist gut auf Katniss zugeschnitten, die mit ihren Gefühlen allgemein haushaltet und wenig nach außen zeigt. Eine Kunst das nur mit Bild und Ton rüberzubringen. Gelungen.

Fazit

Ich liebe den Film, auch wenn er etwas sparsamer erzählt als das Buch. er ist abwechslungsreich, dynamisch und dystopisch beklemmend.

Die Tribute von Panem – Catching Fire 2013

Vergleich mit dem Buch:
Rezension zum Buch
Die Geschichte im Film ist der im Buch sehr ähnlich.

Wie schon erwähnt, gibt es im Buch wesentlich mehr Charaktere, die vor allem die Freundschaften und das Leben in Distrikt 13 mehr beleuchten, durchaus auch den Hauptcharakteren noch mehr Facetten geben. Aber auch die Darstellung des Kapitols ist im Film stark reduziert. Avoxe und kritische Stimmen werden im Buch angedeutet und erwähnt. Im Film fällt das Weg, da sind Avoxe in diesem Teil wieder nur Hintergrunddekoration.

Im Buch erleben wir alles nur aus Katniss Sicht und wissen nur, was sie weiß. Die Filme zeigen mehr von den Ereignissen im Präsidentenpalast und geben Präsident Snow und Plutarch, dem neuen Spielmacher mehr Stimme als im Buch.

Filmrezension zu Die Tribute von Panem – Hunger Games
Filmrezension zu Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 1 Folgt
Filmrezension zu Die Tribute von Panem – Mockingjay Teil 2 Folgt