Film Quickie – Die Bestimmung – Divergent

Altersfreigabe:

Achtung, sensibler Inhalt! Selbstmord, extreme Gewalt.

Worum geht es?

Beatrice gehört einer der fünf Fraktionen an, den selbstlosen Altruan, die die Reste des verfallenden Chicagos bewohnen. Die Zivilisation wie wir sie kennen, existiert nicht mehr. Was außerhalb der Stadt ist, weiß niemand.
Doch Beatrice ist sechzehn Jahre und muss sich nun entscheiden, in welcher Fraktion sie ihr Leben verbringen möchte. Sie wechselt zu den wagemutigen Ferox. Nur ist das Leben dort ganz anders als sie gedacht hat. Längst hat Brutalität wahre Stärke verdrängt, die Anführer der Ferox sind gnadenlos. Außerdem kämpft Tris noch mit einem anderen Problem. Sie ist unbestimmt, passt also in mehrere Fraktionen, was in ihrer Welt nicht vorgesehen ist. Ihr Geheimnis ist gefährlich, vor allem durch die Machenschaften einiger Fraktionsanführer, die einen Umsturz planen.

Welches Genre?

An dieser Stelle möchte ich mich kurz bei all den Leuten bedanken, die Arbeit und Mühe in den Film gesteckt haben. Unabhängig davon, wie ich den Film persönlich bewerte, verdienen die künstlerischen Ambitionen Anerkennung. Dankeschön.

Wie ich den Film finde?

Schon die erste Szene hat mich begeistert. Ich liebe das Setting der verfallenen Stadt, von der nur Teile noch genutzt werden. Dystopien und Weltuntergangsszenarien faszinieren mich sehr. Auch der gesellschaftliche Aufbau ist spannend. Menschen in fünf Gruppen zu trennen, jede davon hält eine bestimmte Charaktereigenschaft hoch, ist ein interessantes Konzept. Allerdings war mir die Darstellung zu sehr reduziert, als wären Leute bloße Abziehbilder und hätten tatsächlich keine unterschiedlichen Ideen. Das mag der Kürze der möglichen Darstellung geschuldet sein, verursacht aber leider ein Gefühl der Oberflächlichkeit. Die Altruan sind zum Beispiel so sehr in ihrer Lebensweise reduziert, dass sie in grauen Betonbauten mit nackten Glühbirnen hausen. An ihnen ist nichts Angenehmes zu entdecken, obwohl sie die selbstloseste, hilfsbereiteste Fraktion sind. Davon sieht der Zuschauer nur leider nichts, es wird höchstens in einem Nebensatz erwähnt.

Der Verlauf der Geschichte ist mit viel Action und Gewalt auf ein modernes Format gebracht. Manchmal ist die futuristische Technik tatsächlich futuristisch, wie das Tätowieren, manchmal veraltet, wie die riesigen Spritzen. Ich bin mir nicht ganz sicher, ob ich das für die Welt, die teilweise verfällt, teilweise weiterentwickelt wird, authentisch finde oder nur nicht zu Ende gedacht.

Der Ablauf der Handlungen ist knapp und rasant, es gibt immer etwas Aufregendes zu erleben. Eine Liebesgeschichte darf bei Jugendlichen natürlich auch nicht fehlen. Diese ist simpel gehalten und angenehm.

Fazit

Das Setting ist großartig und verfallen gruselig, die Handlung rasant, spannend und abwechslungsreich, wenn auch nicht überraschend. Allerdings ist wenig Tiefe sowohl von der Geschichte, als auch von den Charakteren zu erwarten. Unterhaltsam ist der Film dennoch.

Die Bestimmung – Divergent 2014

Vergleich mit dem Buch:
Rezension zum Buch
Der Film ist eine abgespeckte Version des Buches.
Die Eingangsszene beginnt im Film logischerweise mit einem optischen Eindruck, dem Aussehen der Stadt und ein Blick auf den Zaun, während das Buch mit der Innenansicht von Beatrice loslegt.
Die Darstellung der Fraktionen ist im Film auf die Kernpunkte heruntergebrochen, was ihnen viele Facetten nimmt und das Fraktionssystem allgemein nicht als lohnenswert darstellt. Im Buch wird besser deutlich, welche Vorteile die Gesellschaftsform neben den Mängeln hat.
Jeanine spielt im Film eine größere Rolle als im Buch. Dort tritt sie erst sehr spät auf und kommt in der finalen Szene gar nicht vor.
Der Film arbeitete mit einer wesentlich kleineren Belegschaft, als das Buch, was den Film einiges an zwischenmenschlichen Nuancen kostet.
Dem Film fehlen viele der unguten Momente, die die Beziehungen zwischen den Charakteren im Buch aufweisen, sowohl in der Liebesgeschichte mit Four, als auch bei Beatrice Freundschaften.
Die Simulationen sind im Film viel öffentlicher als im Buch.
Andere Unbestimmte treten im Film auf und die Menschen wissen von ihnen. Im Buch ist es ein größeres, selteneres Geheimnis.

Filmrezension zu Die Bestimmung – Insurgent
Filmrezension zu Die Bestimmung – Allegiant (folgt)

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