Rezension – Maze Runner 1

Maze Runner 1 – Die Auserwählten im Labyrinth von James Dashner

Klappentext: Er heißt Thomas. An mehr kann er sich nicht erinnern. Und er ist an einem seltsamen Ort gelandet – einer Lichtung, umgeben von einem riesigen Labyrinth, in dem mörderische Kreaturen lauern. Nun liegt es an ihm und den anderen Überlebenden, einen Weg in die Freiheit zu finden. Doch die Zeit drängt und nicht alle werden es schaffen …

Genre: Mystery, Science Fiction, Dystopie

Kein Jugendbuch!

An dieser Stelle möchte ich mich kurz bei all den Leuten bedanken, die Arbeit und Mühe in das Buch gesteckt haben. Unabhängig davon, wie ich das Buch persönlich bewerte, verdienen die künstlerischen Ambitionen Anerkennung. Dankeschön.

Cover

Da ich zu den Coverkäufern zähle, beschäftige ich mich auch mit der Frage, ob mich Cover ansprechen würden und zum Kauf verleiten.

Auf die Bücher bin ich durch die Filme aufmerksam geworden. Alle Cover, die ich gesehen habe, sind recht nichtssagend und haben mich nicht aufmerksam gemacht.

Die grüne Farbe passt aber gut zum verwachsenen Setting. Im Labyrinth hängt ja überall Efeu.

Inhalt

Thomas erwacht in einem Lastenaufzug, der ihn auf eine Lichtung voller unhöflicher, gereizter Jugendlicher befördert. Ein Labyrinth mit gefährlichen Ungeheuern hindert die Jungs daran, die Lichtung zu verlassen. Ihr Leben im Konstrukt ist eine Versuchsreihe, von wem, wissen sie nicht, denn keiner von ihnen erinnert sich an seine Vergangenheit. Als ein Mädchen als letzte hochgeschickt wird, bleibt der Gruppe allerding nichts anderes Übrig, als einen Ausgang zu finden, wenn sie nicht alle sterben wollen.

Gedanken beim Lesen

Diese Kritik hat nur am Rande etwas mit meinem Gesamturteil über das Buch zu tun. Es sind spontane Emotionen und Eindrücke.

Dass Thomas auf die Entfernung Tomatenpflanzen erkennen kann, finde ich sehr beeindruckend.

Die Darstellung der Muskelpakete ist albern. Wo sollen die denn herkommen? Von ein bisschen Fleisch und Farmleben wird man kein Arnold.

Alby ist so unsympathisch. Wieso sollte jemand so einen aggressiven Holzklotz als Anführer akzeptieren?

Chuck ständig fett zu nennen, ist nicht schön. Allgemein schmähen sich die Charakter häufig und wie selbstverständlich. Eine selbsterhaltende Darstellung von akzeptiertem Mobbing.

Thomas ist ja auch die Zicke in Person. Aber das ist kein Wunder, wenn niemand Fragen beantwortet und dann nur ein neckisches Grinsen kommt.

Es überrascht mich, dass sie Strom haben. Sonst wirkt die Lichtung eher vorsintflutlich.

Ein Fenster um Griewer zu gucken. Na fesch. Nichts erklären, aber als erstes ans Schaufenster stellen, um die grausigen Todesschnecken zu sehen. Verschrecken und schocken ist Regel Nummer eins bei Neuen. Da Steckt soviel Hass dahinter, obwohl sie doch alle einmal in der Situation waren. Empathen gibt es unter den Jungs jedenfalls keine.

Die Jungs erinnern sich an nichts, aber die patriarchalen gesellschaftlichen Regeln sind allen klar. Deswegen fällt es nicht auf, dass es keine Mädchen gibt, bis eins kommt.

Ein Grusel Friedhof mit zweigeteiltem Jungen. Irgs. Ich frage mich, ob der nur für schaurige Stimmung sorgen soll, oder auch noch einen Zweck erfüllen wird.

Thomas ist nicht proaktiv. Als Hauptcharakter driftet er ganz schön dahin und beobachtet hauptsächlich. Da muss natürlich irgend ein Zwang von außen kommen, damit er in die Gänge kommt. Ich hätte etwas mehr charakterliche Vielfalt begrüßt um Motivationen zu erklären, statt

ANGST und Lichter. Irritiert mich. Bei Lichter denke ich nicht an die Jungs, sondern Lampen und bin immer erst irritiert und ANGST ist eine selbstsprechende Bezeichnung, die ganz andere Assoziationen weckt als die Abkürzung WICKED.

Die Halsbandverbannungsstange ist ein übles Instrument. Vor allem weil sie sich ja heilen können. Bens Überfall auf Thomas war durchaus eine Tat, die Konsequenzen verlangt, aber den Jungen dem Tod im Labyrinth zu überlassen, ist hart.

Als sie Ben rausschmeißen hätte Thomas doch sehen müssen, dass Gally auch Hüter ist. Wieso erst bei der Versammlung?

Die Einführung von Teresa ist prädestiniert dafür, dass der Charakter nicht gemocht wird. Sehr schade. Dass sie im Koma liegt und

erfüllt keinen echten Zweck. Es wirkt wie eine Hinhaltetaktik.

Das Labyrinth ist im Buch sehr deutlich ein Versuchsraum. Die abgeschaltete Sonne, das mystische undefinierbare Griewerloch. Was das wohl wird?

Die Jungs haben alle irgendwelche Makel und häufig Knollennasen, aber das Mädel schaut aus wie Venus persönlich. Sicher doch.

„Der sich von einem Mädchen besiegen lässt …“
„Die Tussi …“
„Wann darf ich mal ran …“
Das ist widerlich. Sie erinnern sich alle daran wie die Welt funktioniert und natürlich gehört Sexismus dazu. Danke auch. Hätte so nicht gemusst.

Ja hallo. Die anderen kommen ihnen nach der verbotenen Nacht im Labyrinth entgegen? Verletzunen ihre Regeln selbst in einer Tour, aber wollen Thomas für Ungehorsam dauernd bestrafen. Das handhaben sie wie sie wollen. Von wegen überlebenswichtige Regeln für alle.

Das verheißt nichts Gutes die Anzahl der Flüchtenden zu nennen. Da muss doch unweigerlich eine viel niedrigere Vergleichszahl folgen.

Résumé

Abgesehen von meinem Fazit, werde ich Punkte vergeben. Das wird allerdings anders aussehen, als üblich. Bei mir gibt es nämlich keine Sterne. Ich vergebe an meine Lektüre Federn und Tintenkleckse. Das Prinzip funktioniert ganz einfach. Für Aspekte, die mir besonders gut gefallen, gibt es eine Feder, für Schnitzer, über die ich nicht hinwegsehen kann, gibt es einen Klecks. So kann es durchaus passieren, dass ein Buch auch mal weder eine Feder noch einen Klecks bekommt.

Mir missfällt der als allgemeingültig dargestellte Kontext von akzeptablen Schmähungen. Das schafft einen Charakter von „Das ist halt so“, der nicht zutrifft.

Fazit: Maze Runner 1 ist eine interessante postapokalyptische Geschichte, die ich durchaus als lesenswert für Dystopieliebhaber halte. Allerdings ist die dauerhaft schlechte Laune und allumfassende Aggresivität der Jugendlichen etwas anstrengend.

Weitere Meinungen zu „Maze Runner 1“ findet ihr bei:
Book Walk
Studiere nicht dein Leben
Sannes Book Catalogue

Vergleich mit dem Film:
Rezension zum Film
Allgemein ist die Handlung von Film und Buch recht ähnlich. Es gibt allerdings ein paar markante Unterschiede, die in der Grundstimmung im Buch viel ausmachen.
Das die Neuen nicht mit den Vorräten geschickt werden, sorgt dafür, dass sie mit nichts Positivem verknüpft werden.
Die Lichter sind im Buch dauerhaft schlecht gelaunt und drohen mit Schlägen und dem Tod. Doch zum Aufstand unter Gallys Führung kommt es interessanterweise im Film und nicht im Buch.
Es besteht eine Art von Kontakt zu den „Schöpfern“. Die Lichter können Equipment bestellen, die Beobachtungskäfer mit der Aufschrift ANGST sind allgegenwärtig und das Heilmittel ist vorhanden. Dadurch ist die Versuchssituation im Buch von Beginn an klar.
Die Gesellschaftsstruktur ist von oben runter und die Regeln willkürlich ausgelegt. Von der filmischen Gemeinschaftsstimmung kommt nichts rüber.

Das finde ich wesentlich besser als die Zufallslösung des Films.
Thomas ist nicht der Anfüherer und handelt aus fremdbestimmter Motivation heraus.

Rezension zu Maze Runner 2.

Ein Gedanke zu „Rezension – Maze Runner 1“

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